Die EmpCo-Richtlinie in 30 Sekunden
Vage Umweltversprechen verboten: Begriffe wie „umweltfreundlich“ oder „grün“ erfordern ab sofort einen anerkannten, nachweisbaren Beleg über eine exzellente Umweltleistung, die den gesamten Produktlebenszyklus abdeckt.
Aus für Kompensations-Claims: Produkte dürfen nicht mehr als „klimaneutral“ deklariert werden, wenn diese Behauptung rein auf dem Zukauf von CO2-Zertifikaten (Off-Setting) basiert.
Strenge Siegel-Regeln: Selbst gestaltete „Eco-Logos“ sind unzulässig. Erlaubt sind nur noch Nachhaltigkeitssiegel, die auf unabhängigen Zertifizierungs-Audits (Third-Party) oder staatlichen Systemen beruhen.
Seit 27. September 2026 - die Frist ist abgelaufen.
Seit Ende September entfaltet die neue EmpCo-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel (EmpCo-Richtlinie) ihre volle Wirkung. Für Lebensmittelmarken, Händler und Produzenten bedeutet das: Der regulatorische Schonraum für vage Umweltversprechen und nicht belastbare Nachhaltigkeitssiegel ist endgültig geschlossen. Wer jetzt noch mit unregulierten „klimaneutral“-Claims oder undefinierten „Eco“-Logos auf Verpackungen, Websites oder in Werbekampagnen agiert, riskiert nicht nur erhebliche rechtliche Konsequenzen, sondern auch massiven Vertrauensverlust bei Verbrauchern und Handelspartnern.
EmpCo-Richtlinie: Das Ende des Greenwashings: Was sich jetzt fundamental ändert
Die EmpCo-Richtlinie zielt direkt auf das sogenannte Greenwashing ab. Ziel ist es, Verbrauchern transparente, verlässliche und vergleichbare Informationen zu liefern. Für die Lebensmittel- und Logistikbranche, in der Nachhaltigkeits-Claims in den letzten Jahren ein zentrales Marketinginstrument geworden sind, gleicht dies einer Zäsur. Drei Bereiche stehen seit dem 27. September besonders im Fokus der Aufsichtsbehörden und Verbraucherschutzverbände:
Vage Umweltaussagen sind tabu: Begriffe wie „umweltfreundlich“, „grün“, „naturfreundlich“, „ökologisch“ oder „klimaschonend“ dürfen nicht mehr ohne Weiteres verwendet werden. Solche generischen Aussagen sind nur noch zulässig, wenn eine anerkannte und nachweisbare hervorragende Umweltleistung zugrunde liegt, die sich auf das gesamte Produktlebenszyklus bezieht.
Nachhaltigkeitssiegel ohne Akkreditierung: Eigenkreationen von „Eco“-Labels, die von Marken selbst entworfen wurden, sind verboten. Nachhaltigkeitssiegel dürfen künftig nur noch verwendet werden, wenn sie auf strengen Zertifizierungssystemen (Third-Party-Audits) beruhen oder von staatlichen Behörden etabliert wurden.
Kompensationsbasierte Produktclaims: Die vielleicht wichtigste Änderung betrifft Aussagen, die darauf hindeuten, dass ein Produkt neutrale, reduzierte oder positive Auswirkungen auf die Umwelt hat, basierend auf der Kompensation von Treibhausgasemissionen (z. B. „klimaneutral“ durch den Kauf von CO2-Zertifikaten). Diese Claims sind in der bisherigen Form für Produkte schlichtweg untersagt.
Warum jetzt schnelles Handeln gefragt ist
Verpackungsbestände, Marketingmaterialien und Online-Auftritte lassen sich nicht über Nacht ändern. Vor allem im Food-Sektor, wo Labels wie IFS Food, FSSC 22000 oder spezifische ESG-Kriterien bereits hohe Anforderungen an die Dokumentation stellen, muss die Prüfung von Marketingaussagen nun nahtlos in die bestehenden Managementsysteme integriert werden. Ein Verstoß gegen die EmpCo-Vorgaben gilt als irreführende Geschäftspraktik und kann neben Abmahnungen auch Verkaufsstopps nach sich ziehen.
Prüfliste: Die 4 Schritte zur EmpCo-Compliance
Um akute Risiken zu minimieren, sollten Qualitätsmanagement und Marketing jetzt gemeinsam folgende Punkte prüfen:
Inventur aller Claims: Erfassen Sie sämtliche Umweltaussagen auf Verpackungen, Etiketten, Websites, Social-Media-Kanälen und B2B-Präsentationen.
Belegprüfung: Existiert für jede spezifische Umweltaussage (z. B. „100 % recyceltes PET“) ein auditierbarer, wissenschaftlich fundierter Nachweis?
Siegel-Check: Basieren alle abgebildeten Nachhaltigkeitslogos auf unabhängigen, akkreditierten Zertifizierungssystemen?
Streichung von Kompensations-Claims: Entfernen Sie produktbezogene „klimaneutral“-Aussagen, die sich rein auf den Zukauf von Zertifikaten stützen.
Das Beratungspaket: Sicherheit für Ihre Markenkommunikation
Die rechtssichere Auslegung der neuen Anforderungen ist komplex und erfordert tiefgreifendes Wissen an der Schnittstelle von Qualitätsmanagement, Zertifizierungsstandards und rechtlichen Vorgaben. Um Sie vor teuren Abmahnungen zu schützen, bieten wir ein maßgeschneidertes EmpCo-Compliance-Beratungspaket an.
Wir analysieren Ihr aktuelles Portfolio, gleichen Ihre Verpackungen und Claims mit den neuen EU-Vorgaben ab und entwickeln gemeinsam mit Ihnen belastbare, transparente Nachhaltigkeitsbotschaften, die Audits standhalten und Ihre Kunden überzeugen.
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Häufige Fragen zur EmpCo-Richtlinie (FAQ)
Sind „klimaneutral“-Claims für Lebensmittel jetzt komplett verboten?Nein, aber die Hürden sind für die Praxis massiv gestiegen. Ein Produkt darf nur dann mit klimabezogenen Aussagen beworben werden, wenn die Treibhausgasemissionen innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette und Produktionsprozesse tatsächlich reduziert wurden. Eine Klimaneutralität, die lediglich durch den Zukauf von CO2-Kompensationszertifikaten erreicht wird, ist als produktbezogene Werbeaussage nach der EmpCo-Richtlinie nun ausdrücklich untersagt.
Was passiert mit unseren bisherigen Nachhaltigkeitssiegeln auf der Verpackung?Jedes abgebildete Nachhaltigkeits- oder Umwelt-Logo muss ab sofort einem objektiven Prüfprozess standhalten. Eigenkreationen oder von Agenturen entworfene „Eco-Badges“ ohne echten Zertifizierungshintergrund müssen entfernt werden. Zulässig sind ausschließlich Siegel, die durch unabhängige Dritte im Rahmen fundierter Audits vergeben werden oder auf etablierten behördlichen Systemen basieren. Die Dokumentation hinter den Siegeln muss dabei genauso belastbar sein wie die Nachweise in klassischen Lebensmittelsicherheits-Audits.
Wer ist im Unternehmen für die Umsetzung der neuen EmpCo-Vorgaben zuständig?Die EmpCo-Compliance lässt sich nicht allein in der Marketingabteilung lösen. Die rechtssichere Umsetzung erfordert eine enge und abteilungsübergreifende Zusammenarbeit. Während das Marketing die Claims formuliert, muss das Qualitätsmanagement sicherstellen, dass für jede Aussage auditierbare, wissenschaftlich fundierte Belege nahtlos in die bestehenden Managementsysteme (wie IFS oder FSSC 22000) integriert sind.






